Anfang Oktober startet die Basketball-Oberliga in die neue Saison, allerdings ohne dem Görlitzer Turnverein. Die Eurocenter, die in der vergangenen Saison am letzten Spieltag dem Abstieg entronnen sind, werden nicht spielen. Der Riss durch das Team ist zu tief. Nach dem Durchmarsch der niedrigsten bis zur höchste Spielklasse, dem sächsischen Vizemeistertitel mit Aufstiegberechtigung in die Regionalliga, träumten viele Fans schon von Gegnern aus Bamberg; Jena oder Herzogenaurach. Die finanzielle Lage zwang den Görlitzer Turnverein damals auf den Verzicht des Aufstieges. Der Entschluss war richtig. Schon damals waren bereits Probleme sichtbar, die jetzt zum Rückzug der Eurocenter führte. Dazu der Abteilungs-leiter Andre Dittert: „Das Thema wurde in letzter Saison akut. Abgrenzung einzelne Spieler, Hintergehen des Trainers Zbigniew Schmutzer und Eigenstrategien des zweiten Trainers Marek Morawski ließen uns keine andere Wahl. Das halbe Team fehlte im Training und der Wille bei den polnischen Spielern nicht erkennbar. Somit war keine Zuverlässigkeit bei der Spielplanung gegeben. Das finanzielle Risiko konnte ich gegenüber den Görlitzer Turnverein nicht mehr verantworten.“ Vor Beginn der Meldefrist versuchte Andre Dittert und Kapitän Mike Engemann das Team zu retten. Doch ein Feedback, bis auf einzelnen Spielern, blieb aus. Den Verantwortlichen des Görlitzer Turnvereins blieb daher nur der Verzicht. „Auch die sportlich fairste Lösung gegenüber den anderen Oberligateams,“ meinte Mike Engemann der Konsequenzen zog: „Ich habe wirklich die Nase voll mit Andre Dittert immer allein zu da stehen. Dann diese Alleingänge vom zweiten Trainer, es ging einfach nicht mehr. Mit Center Frank Jacob und Dennis Schade bin ich zu den Bautzen Tigers gewechselt. Das Training macht Spaß. man hat das Gefühl in einem echten Team zu stecken.“ Derartige glasklare Worte verdeutlichen den Frust der in einigen Spielern steckt. Doch Basketball soll in der Neißestadt weiter gespielt werden. Dazu Andre Dittert: „Die bisherige Zweite wird in der Staffel Ost der Bezirksliga Dresden spielen und hoffentlich die Playoffs zum Aufstieg in die Landesliga schaffen. Besonders freut es mich, dass eine Mädchenmannschaft den Spielbetrieb aufnehmen wird. Ein neues U18 Team ist geplant. Gern integrieren wir polnische Spieler, aber nur noch mit Verträgen, die eine Planbarkeit garantiert.“ Ob das deutsch-polnische Basketball-Projekt fortgeführt wird ist unklar. In der vergangenen Woche sollte mit den polnischen Trainern über die Zukunft einer weiteren ehrenamtlichen Tätigkeit gesprochen werden. Allerdings zum Erstgespräch saßen die Verantwortlichen des Vereins allein am Tisch. Noch scheint das Tuch zwischen deutschen und polnischen Spielern nicht ganz zer-schnitten, aber auch jenseits der Neiße scheint der Frust tief zu sitzen. Für eine Stellungs-nahme war von polnischer Seite niemand erreichbar. Laut Andre Dittert und Mike Engemann ist es langfristig geplant einen Dachverband mit Bautzen zu gründen. Denn eins hat sich gezeigt: Görlitz allein wird auch künftig nicht genügend Spieler haben, die den hohen Leis-tungsanforderungen der Oberliga entsprechen. Eine fast polnische Mannschaft unter dem Dach des Görlitzer Turnvereins, nur um höherklassig zu spielen, wird es nicht mehr geben. Aber Basketball wird in Görlitz weiter ausgebaut. Deshalb sind Interessenten dieser rasanten Sportart rechtherzlich eingeladen, zu den nachfolgenden Trainingszeiten einfach mal vorbei zu schauen.