"Erst 1837 waren öffentliche Turnübungen an den Gymnasien wieder erlaubt und 1842 wurde das Turnen mit einer königlichen Kabinettsorder an den Schulen eingeführt. In Görlitz bemühten sich Bürgermeister Gottlob Ludwig Demiani und der Leiter aller städtischen Schulen – außer Gymnasien, Prof. Ferdinand Wilhelm Kaumann, schon 1838 um einen Schwimmlehrer. 1848 suchte jedoch der Görlitzer Magistrat nach einem geeigneten Turnlehrer und fand ihn in dem jungen August Moritz Böttcher in Berlin an der Eiselenschen Privatturnanstalt.
Am 1. Januar 1847 begann Böttcher seine Arbeit in Görlitz bis zu seiner Pensionierung 1872. In seiner Freizeit trainierte Böttcher auch junge Männer. Daraus entwickelte sich Ende 1847 der Turn- und Rettungsverein (heutiger GTV 1847 e.V., Anm. v. Pressewart des GTV), in dem Böttcher Vorstandsmitglied war. Das Turnen sollte zum Zweck der Lebensrettung bei Feuersbrünsten und Katastrophen betrieben werden. … Moritz Böttcher gelang es, viele Jugendliche für das Turnen zu begeistern, obwohl erst 1861 das Pflichtturnen für Knaben und 1875 für Mädchen eingeführt wurde. Er schrieb eine Vielzahl von Lehrbüchern, wie z.B. das „Unterrichtsbuch für das Mädchenturnen“ 1851, die weit über Görlitz hinaus Beachtung fanden. 1907 starb der „Turnvater der Oberlausitz“ in Görlitz. Er wurde auf dem Görlitzer Friedhof beigesetzt."
