Bericht SZ durch Frank Tillig: Spiel GTV gg. HTW Dresden am 21.10.06
Wer später in die Jahnsporthalle kam, konnte es an der Anzeigetafel sehen. Der Görlitzer Turnverein 1847 hat es gegen die HSG Lok HTW Dresden sehr schwer. Die eingespielte Truppe aus Dresden führte, gegen ersatzgeschwächte Eurocenter, schon deutlich mit 17 : 22 Punkten. Leszczuk fehlte und Lukas Schmutzer hatte sich in Bautzen eine Disqualifikations-strafe mit drei Spieltagen Sperre plus 50 €uro „eingefangen“. U18 - Bewegungstalent Mirko Weinert spielte gut, konnte aber Piontgard Marek Morawski nicht ersetzen. Nach acht Monaten Verletzungspause, mit Manschette um das operierte linke Knie aber hoch motiviert, spielte der Polizeibeamte aus Zgorzelec im zweiten Viertel wieder mit. Sofort war Stimmung auf dem Parkett. „Maro“ riss das Spiel der „Weißen“ an sich und setzte Krzysztof Jaskiel sowie Georg Laube immer wieder gut in Szene. Als Frank Jakob, ohne auch nur einen Zentimeter vom Parkett abzuheben, den Ball zum 37 : 37 Halbzeitstand in den Korb „legte“, ahnten die „Schwarzen“ aus der Landeshauptstadt, es wird kein Spaziergang an der Neiße. Nach nur 3:30 Minuten des dritten Viertels, musste der „Lange“ nach dem fünften Foul, aber runter. Einen Frank Jakob kann man aber in der Defence und beim Rebound nicht einfach ersetzten. Auch kein großartig kämpfender, aber unerfahrener U18 Spieler Lars Dittert. Die Nervosität; Hektik und Überforderung der jungen Spieler übertrug sich. Zudem lag bei „Maro“ Morawski wieder einmal Genie und Wahnsinn zu eng bei einander. Statt das Spiel der „Weißen“ zu machen, debattierte er lieber mit dem sehr guten Schiedsrichter Duo Grimm / Roscher. Der Ballverlust und Strafwürfe für die Schwarzen, die ruhig und eiskalt ihre Chancen nutzten, waren das Ergebnis der Diskussion. Vorn war der Korb für die Eurocenter zugenagelt und hinten verlor man die Bälle serienweise. Die Vorentscheidung schien zur letzten Pause beim 53 : 62 für die Elbestädter gefallen zu sein. Es folgte die logische Premiere in der Jahnsporthalle. Der 47 jährige Ex-Profispieler und Couch Zbigniew Schmutzer wechselte sich nun selbst ein. Sofort war Ruhe im Spiel der Eurocenter. Mit seinen 2,03m und über 100kg stand der Couch wie eine Säule auf dem rechten Flügel. Georg Laube warf brillant und Krzysztof Jaskiel fegte bei den Fastbreaks wie eine „wütende Wespe“ durch die Dresdner Reihen. Nach zwei Minuten führten die Eurocenter bereits mit einen Point. Die restliche Spielzeit wurde ein Krimi. Das leider spärliche Publikum peitschte die Center nach vorn und Dresden hielt dagegen. „Wahnsinn was die Rumpftruppe hier zeigt. Ist das ein Stress,“ so ein mit zitternder Abteilungsleiter Andre Dittert. Nur eine Minute vor der Schlusssirene führte Dresden mit einem Punkt und hatten den Ball. Das Unwahrscheinliche trat ein. Durch Seiten aus erhielt der Görlitzer Turnverein den Ball und Georg Laube traf zur 76 : 75 Führung. Bei nur 32 Sekunden Spielzeit hatten es die Elbestädter selbst in der Hand das „Ding“ noch auszuspielen. Aber sechs Sekunden vor dem Ende jagten die Eurocenter den Elbestädtern den Ball wieder ab. Doch Schock - drei Sekunden später, technischen Fehler, Ball verloren. Nun Auszeit durch den Dresdner Couch. Der Angriff, sowie ein nicht zu verhindernder Wurf von außerhalb der Dreierlinie - aber ja vorbei. Sieg und Riesenjubel in der Halle. Dieses Herzschlagfinale hat gezeigt, die jungen Nachwuchsspieler der Eurocentern können noch kein Spiel führen oder gar entscheiden. Aber sie können die Topspielern des GTV aber schon entlasten, ihnen die notwendige Ruhepause verschaffen und im Team reifen.
Der Görlitzer Turnverein spielte mit:
Georg Laube (19); Marek Morawski (14); Mirko Weinert (2); Lars Dittert (0); Artur Stepien (6); Daniel Waszkiewicz (0); Zbigniew Schmutzer (2); Mike Engemann (3); Krzysztof Jaskiel (20); Frank Jakob (10)